Interview

Interview mit Walter Niederländer von der Züst & Bachmeier Niederlassung in Nürnberg.

Herr Niederländer, Sie sind seit Januar 2017 neu bei der Züst & Bachmeier Project GmbH. Erzählen Sie uns doch bitte etwas über Ihren bisherigen Werdegang.

Meine berufliche Laufbahn habe ich 1982 mit einer klassischen Lehre zum Speditionskaufmann bei einem großen, international tätigen Speditions- und Logistikkonzern begonnen. Dort habe ich nach der Lehre noch einige Jahre im Projektladungsbereich weitergearbeitet. Im Jahr 2000 bin ich dann zur Spedition Kühne + Nagel gewechselt. Als Leiter des Kompetenzcenters GUS/Zentralasien war ich zuständig für Lkw- und Bahnprojekte. Zehn Jahre später kehrte ich dann wieder zu meinem ersten Arbeitgeber zurück und habe die Leitung der Niederlassung in Nürnberg übernommen. Während dieser Zeit absolvierte ich auch ein berufsbegleitendes Diplomstudium in Logistikmanagement in St. Gallen, Schweiz. Anschließend habe ich einen zweijährigen Abstecher zu einer russischen Projektspedition gemacht und bin nun seit Januar 2017 bei Züst & Bachmeier tätig. Meine Erfahrung und meine Kontakte aus über 25 Jahren im Bereich der Projektlogistik möchte ich hier gerne einbringen.

Warum sind Sie zu Züst & Bachmeier gekommen?

Züst & Bachmeier hat in der Branche einen hervorragenden Ruf. Für mich war aber vor allem auch das internationale Know-how des Unternehmens ausschlaggebend, da ich seit Jahren mit dem Fokus auf Osteuropa, Russland und Zentralasien arbeite. Die Kombination von Universal Transports eigenem Fuhrpark und der Züst & Bachmeier als Projektspedition ist einzigartig in der Branche. Damit bieten wir unseren Kunden den bestmöglichen Service aus einer Hand. Außerdem sind die Entscheidungswege bei Züst & Bachmeier viel kürzer als in den Unternehmen in denen ich bisher gearbeitet habe. Dadurch sind wir weitaus flexibler.

Was ist Ihre Aufgabe in der Nürnberger Niederlassung von Züst & Bachmeier?

Ich bin im Bereich des Business Development tätig und für die Weiterentwicklung der Geschäfte in Osteuropa, Russland, Zentralasien und im Mittlerer Osten zuständig. Mein Branchenfokus liegt dabei auf dem Maschinen- und Anlagenbau. Manchmal dauert die Projektentwicklung Monate oder gar Jahre. Aber auch gerade deswegen ist es wichtig frühzeitig mit dem Kunden in Kontakt zu treten und das Projekt dann Schritt für Schritt zu begleiten. Trotzdem kann es von der Vertragsunterzeichnung bis zur Auslieferung der ersten Teile manchmal sehr lange dauern.

Der Fokus für uns als Projektspediteur liegt dabei natürlich auf großen und überdimensionalen Transportstücken. Aber zu jedem dieser Projekte gehört auch sogenanntes „General Cargo“, also kleinere Transportgüter, die keine Spezial-Lkw benötigen. Vom Container bis zum 400 Tonnen Transformator können wir alles leisten. Im Nürnberger Hafen betreibt Züst & Bachmeier beispielsweise ein eigenes Schwerlast-Logistikzentrum, wo Transportstücke auf Binnenschiffe umgeschlagen werden können. Unser Litzenhubsystem dort kann bis zu 600 Tonnen Last heben.

Was fasziniert Sie am Ihrem Beruf?

Projektspedition ist eine unglaublich spannende Sache. Jedes Projekt ist einzigartig. Man muss sich auf jeden Auftrag, auf jeden Kunden und auf jedes Land immer wieder neu einstellen. Man arbeitet nicht nach einem festen Schema, sondern findet für jede Aufgabe eine eigenständige Lösung. Außerdem ist es interessant bei der Planung von Großprojekten mitzuwirken und diese dann bis zur Fertigstellung zu begleiten.

Gibt es erste konkrete Projekte, die Sie in den ersten drei Monaten Ihrer Tätigkeit umgesetzt haben und können Sie vielleicht schon einen Ausblick auf kommende Projekte geben?

Wir haben kürzlich den Zuschlag für den Transport einer kompletten Fabrikanlage erhalten. Diese soll ab Anfang April von Spanien nach Bulgarien transportiert werden. Die Demontage läuft bereits. Danach übernimmt Züst & Bachmeier die gesamte Projektlogistik. Der Zeitrahmen, in dem das Projekt stattfindet, ist recht anspruchsvoll. Bis Ende Mai sollen alle Transporte abgeschlossen sein. Aber wir sind sehr gut aufgestellt. Insgesamt rechnen wir bei diesem Projekt mit über 100 Spezial-Transporten. Koordiniert wird alles von unserer Niederlassung in Nürnberg. Ein Teil der Strecke führt natürlich per Schiff über das Mittelmeer, aber der überwiegende Teil wird per Lkw abgewickelt. Dafür setzen wir hauptsächlich den Fuhrpark von Universal Transport ein.

Zukünftig wird wohl auch der Iran eine große Rolle spielen. Nach der Aufhebung der Sanktionen gegen das Land, ist es jetzt wichtig, dass dort die Rahmenbedingungen, wie etwa Finanzierungen, für Unternehmen gesichert werden. Der Bedarf an Produkten und Dienstleistungen „Made in Germany“ ist im Iran sehr groß. Aktuell gibt es dort noch wenige konkrete Projekte, aber wir beobachten die Situation vor Ort sehr genau und stehen in den Startlöchern.

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