|
24. April 2009 - UT mit 1.807 Fahrzeugen unterwegs für den grössten europäischen Windpark
Am 24. April 2009 startete der erste von 1.807 Transporten für den Bau des grössten europäischen Windparks in Rumänien.
61.716 Tonnen - das sind im Vergleich ca. 400 Boing 474- Jumbojets - müssen bis Ende dieses Jahres transportiert werden, damit letztendlich im ersten Schritt 139 Windkraftanlagen 350 Megawatt Strom erzeugen können. Diese Energie könnte beispielsweise eine Stadt wie München komplett versorgen.
Eine Erweiterung des Windparks ist bereits für das nächste Jahr mit weit über hundert weiteren Modulen geplant und in der Vorbereitung.
Für jede einzelne Anlage sind 11 unterschiedliche Spezialfahrzeuge nötig; denn eine Anlage besteht aus folgenden Komponenten:
1 Generator mit 82,0 Tonnen 3 Rotorblätter mit je 10,0 Tonnen 1 Nabe mit 25,0 Tonnen 1 Fundamentring mit 13 Tonnen 5 Turmsegmente mit durchschnittlich 50,0 Tonnen
In Zahlen sind das genau 444,0 Tonnen für ein "natürliches Kraftwerk"
In der Geschichte von Universal Transport ist dieses Transportprojekt aus unserer Sparte Windkraft das bisher Gigantischste seit der Gründung im Jahre 1953 und es bedurfte einer sehr genauen und kapriziösen Vorbereitung, damit der Zeitplan mit allen Beteiligten stets eingehalten werden konnte, da auf der Baustelle nicht nur Montagetruppen des Auftraggebers auf die termingerechte Anlieferung warteten, sondern auch die Mobilkräne, Ingenieure und viele mehr. Dieses Procedere galt ebenso bei den Ladestellen einzuhalten.
Die erste Vorbereitung begann bereits schon im März letzten Jahres.
Heiko Rost, unser Genie für die "etwas härteren Fälle" begann für unseren Kunden die Fahrwassertiefen der in Frage kommenden Häfen zuprüfen, um in der ersten Machbarkeitsstudie zu sehen , mit welchem Tiefgang die Schiffe in den Hafen fahren können.
Danach wurden Fahrzeugzeichnungen erstellt und die Aufschlagpunkte der jeweiligen Achslasten ermittelt, weil dieses Procedere einer der wichtigsten Bestandteile für die Einholung der Baugenehmigung und die Erstellung der neuen Baustraßen im Windpark war.
Ende September letzten Jahres wurde die Baustelle und damit verbunden einige Alternativen der Streckenführung geprüft, sodass wir zu diesem Zeitpunkt schon die ersten Ausnahmegenehmigungen für sämtliche Transporte in Deutschland und Rumänien für einen Probelauf einholen und beantragen konnten.
Nachdem diese ersten Hürden genommen waren, arbeiteten wir an den Dispositionsplänen, um maßstabsgetreu den zeitlichen Ablauf mit allen Beteiligten festlegen zu können.
Im zweiten Schritt bereiteten wir unsere Fahrer auf das Projekt und seinen Besonderheiten vor, da für uns die Qualität in punkto Sicherheit und Know How beim Transport an oberster Stelle steht.
In diesem Zusammenhang möchten wir auf unsere Ladungsicherungs- seminare hinweisen, da wir kurz vor Beginn dieses Transportprojektes in Rumänien zusammen mit unseren deutschen Fahrern an Beispielen aus der Windkraft den Ablauf geübt und geschult hatten.
Simultandolmetscher halfen bei anfänglichen Sprachbarrieren. Ein positiver Nebeneffekt war, dass sich auf diesem Weg unsere große Truckerfamilie näher kam, was unser deutsche, unser rumänische Disponent und unser technischer Projektleiter, Herr Heiko Rost, sehr begrüsste.
Als Heiko das Bild das rechte Bild mit den 3 Fahrzeugen auf der Brücke fotografiert hatte, hörten wir ihn bei einer Pause sagen: "Mein Gott - das schaut ja aus, als wären überdimensionale Heuschrecken unterwegs." "Doch zum Glück richten wir keinen Schaden an".
Schnell zeigte sich, dass jeder Kollege und jeder Fahrer Spass an diesem Projekt hatte und sich alle hoch motiviert und diszipliniert an den s.g. Stunden, bzw. Dispositionsplan gehalten haben.
Wieder einmal waren wir sehr stolz auf unsere Fahrer. Es ist beeindruckend, wenn unterschiedliche Mentalitäten aus Ost und West in einem Boot sitzen und gemeinsam das Ruder in die Hand nehmen.
In Midia, 20 Kilometer nördlich von Constanta, wurde flugs für dieses Projekt ein ehemaliger alter Hafen zu einem Umschlagzentrum für Windkraftanlagen von Seiten des Auftraggebers umgebaut.
Dort werden im dreiwöchigen Fahrerwechsel die Turmsegmente, der Generator und die Rotorblätter einmal täglich verladen und in das 50 Kilometer entfernte Fantanelle gebracht. Dieser Ort an der Europastraße liegt zwischen Constanta und Tulcea.
Fuhrpark: Meistens wurden die Anlagenteile von 4-achsigen 600 PS starken Zugmaschinen gezogen. Für die Turmsegmente haben wir 7- achsige Kesselbrücken und Turmadapter, für die Flügel 4-achsige dreifach teleskopierbare Telesattel und für die anderen Elemente Telesemi und Tiefbetten eingesetzt.
Hervorzuheben gilt hier ebenso das federführende Team unserer rümänischen Niederlassung in Sibiu.
Andrei Gavrea und Remus Popa haben einen großen Anteil am Erfolg in der Umsetzung dieses Projektes, denn sie waren für die wichtige Unterstützung zu jeder Tages und Nachtzeit für Heiko Rost und weitere wichtige Beteiligten ständig erreichbar. Ebenso konnten wir "inhouse" sämtliche Genehmigungen und Ausnahmedokumente ohne zu grossen bürokratischen Aufwand besorgen und waren in der Abwicklung schon immer einen Schritt weiter als geplant.
Mit diesem Projekt hat es sich für die Universalgruppe entgegen aller schlechten Prognosen gezeigt, dass es absolut richtig war, im Jahre 2006 in Sibiu eine operative Niederlassung im Schwertransportbereich zu gründen. Ein weiteres Office in Constanta ist bereits in Planung.
Wir bedanken uns an dieser Stelle nochmals bei unserem Team und allen Beteiligten und hoffen, dass dieses Projekt weiterhin so störungsfrei verläuft.
Sehr herzlich möchten wir im Besonderen der Redation "Spedition & Logistik" für Ihren Zeitungsbericht danken.
Zurück zur Übersicht
|